Lektion 2

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Lektion 2 : Mindsetting

1.) Hast Du auch schon mal lauter Wut die Maus an die Wand geschmissen, weil Du gerade aus dem Turnier an der Bubble rausgeflogen bist, nach 3 Stunden? 

2.) Hast Du wegen dem 10.Bad Beat in Folge erstmal tagelang eine Pokerpause eingelegt ?

3.) Kommt es Dir so vor, als ob Spieler aus Russland oder Brasilien bei den Keyhands bevorzugt gewinnen ?

4.) Findest Du, Online-Poker ist rigged ?

Wenn Du alle Fragen mit “Nein” beantwortet hast, dann lies direkt weiter bei Lektion 3…


Wenn Du mindestens eine Frage mit “Ja” beantwortet hast, dann solltest Du unbedingt weiterlesen…


Zu 1.) Hast Du auch schon mal lauter Wut die Maus an die Wand geschmissen, weil Du gerade aus dem Turnier an der Bubble rausgeflogen bist, nach 3 Stunden?

Klar ist man manchmal sauer oder genervt in oder wegen solchen Situationen (Spots), aber generell solltest Du das Spiel immer emotionslos betrachten. Gefühlsmäßig bleiben uns die Sachen im Gedächtnis, die nicht so gut laufen, sowohl im “normalen” Leben, als auch beim Pokern. Deswegen versuchen wir, solchen Spots aus dem Weg zu gehen (z.B. Fehlinvestitionen oder Gefahrensituationen, bei denen uns schon mal was passiert ist). 

Dies beeinträchtigt aber in kommenden ähnlichen Spots unser Spiel wie folgt im Beispiel:

Hero :  AcQc (Kreuz suited)    Flop: 9cThQh

Villain Range: (ca. 27,6%) :

Ax, K9o+, QTo+, JTo+, TT+ (alle pockets), sowie alle Broadway suited cards, und Wheel suited Cards (A2s-A5s), vereinzelte suited Combos

Gegner stellt am Flop direkt All-In und wir liegen mit ca. 75% im Moment weit vorne und sollten hier fast immer callen. Das kommt natürlich auf die Stacks, ICM, Stats + History bzw. Notes auf unseren Gegner an, aber rein mathematisch gewinnen wir diesen Spot zu 75%, komme was wolle.

Poker is a numbers game” 

Uns kommt es zwar oft so vor, dass wir “mal wieder” verloren haben in ähnlichen Spots. Wenn man diese Spots miteinander tiefergehend analysiert, stellt man jedoch oft fest, dass es zwar ähnlich ist, aber nicht genau die selbe Situation. Vielleicht hat der Gegner bei den letzten Turnieren Preflop geraist (wodurch man ihm evtl. eine andere Range gibt), der Stack war anders, die Position war anders; es war ein Micro-Buy-In Turnier, um 3 Uhr Nachts, wo es dem Gegner egal war etc etc. Hier lassen sich zig verschiedene Gründe aufzählen, warum dieser Spot anders ist, als der eigentliche, bei dem man sich denkt : “Schau, schon wieder verloren mit der besseren Hand”. Kennt jeder! 

Und ein paar Tage später, wenn man “wieder” in so einem Spot eine Entscheidung treffen muss, foldet man dann lieber, nicht dass man “wieder” so einen BadBeat kassiert. Aber das ist falsch !

Deswegen, sich nicht aufregen, die Hand markieren, später analysieren, sich weiter konzentrieren, sonst:

Nagt es an Dir, Du bist im Rage-Modus und spielst plötzlich nur noch schlechten Poker, triffst falsche Entscheidung, was Dich letztendlich noch mehr Geld kostet (+ die Kosten für eine neue Maus) 


Zu 2.) Hast Du wegen dem 10.Bad Beat in Folge erstmal tagelang eine Pokerpause eingelegt ?

Auch hier gilt, “Poker is a numbers game” (Varianz)

Ein heiß diskutiertes Thema. Aber ist es wirklich so unwahrscheinlich, dass wir 10x hintereinander einen BadBeat bekommen ?

  • Nein, ist es nicht. Auch das kommt vor, sowas nennt sich Varianz 😉 Das beste Beispiel dafür ist Roulette ! 
    • Wie oft kommt es vor, dass 15x oder öfters dieselbe Farbe hintereinander kommt ? Nicht oft, aber es kommt vor !

Auch ich war oft in Situationen, wo ich dachte “Das gibt’s doch nicht, nicht schooon wieder so bescheuert rausgeflogen”. Aber wenn ich mir die Spots mit Hilfe vom HoldemManager oder PokerTracker analysiert habe, hab ich gemerkt, dass es doch Unterschiede gab. Das verschiebt die Zahlen ein wenig. 

Nochmal im Vergleich im CashGame:

Man spielt 1.000.000 Hände (für MultiTableGrinder locker in einem Jahr zu schaffen), verpasst darin seinen Gegnern auch nur in ca. 10% aller Hände (also 100.000) einen BadBeat (und in weiteren 5% sieht man es nicht, da der Gegner am River foldet), aber im Kopf bleiben die 2000 Hände hängen, die man verloren hat (Gegner hatte am Flop nur 5% und trifft RunnerRunner z.B.) 

Diese negativen Erinnerungen kann man aber trainieren, zu “vergessen”, bzw. es einem relativ erscheinen zu lassen, indem man die Spots genau miteinander vergleicht und dann merkt, okay, es war wohl doch nur Varianz. Die “Pokerpause” bringt einem nichts, denn es ist nur eine Pause, es kann danach genauso weiter gehen oder auf einmal gut laufen, auch das ist Varianz, wird aber nur allzu schnell wieder vergessen.

Deswegen ist es auch sehr wichtigKeine Bad Beat Stories zu verbreiten !


Zu 3.) Kommt es Dir so vor, als ob Spieler aus Russland oder Brasilien bei den Keyhands bevorzugt gewinnen ?

siehe 2.) + die Antwort liegt schon in der Frage selbst, ja es kommt einem nur so vor 😉


Zu 4.) Findest Du, Online-Poker ist rigged ?

Auch das erscheint einem nur so. Vergleich dazu doch einfach mal, wie viele Hände Du Live spielst im Gegensatz zu Online-Poker…

Live ca. 30 Hände/Std. x 6h = 180 Hände

Online ca. 6 Tische/90 Hände/Std. FullRing x 6h (kein Zoom) = 6 x 90 x 6 = 3240 !!

Wie viele “richtige” BadBeats bekommt man durchschnittlich in einer Live-Session = 0-2

Wie viele “richtige” BadBeats bekommt man durchschnittlich in einer Online-Session = sagen wir 150 (und das is schon sehr hoch angesetzt) ^= ca. 5%

Wenn man also zu 5% einen BadBeat bekommt, dann ist das doch nicht rigged, sondern wieder einmal nur Varianz !

Meistens sieht man ja die %Zahlen angezeigt in den Pokerräumen, und wenn man Preflop mit AA gegen die komplette Range mit ca. 80% vorne liegt, kassiert man aber auch 20% sogenannte BadBeats.

Fazit:  Be cool, take it easy, analyze and grind on, ohne Emotionen 

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